O schöne Nacht

Vom schaurigen Spuk bis zur heißen Liebe geht das Repertoire der Gefühlslagen, die der Kammerchor stuttgart vokal mit dem Pianisten Jochen Ferber in seinem romantischen Konzertprogramm zum Nachtmotiv in der Hoch- und Spätromantik auslotet.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Chorlieder von Johannes Brahms, denen Werke von Robert Schumann, Josef Gabriel Rheinberger, Heinrich v. Herzogenberg, sowie Kunstlieder für Singstimme und Klavier zur Seite gestellt werden. Sie alle interpretieren romantische Poesie, indem sie zur jeweiligen Szenerie passende Stimmungen erschaffen. Dies gelingt durch Verwendung ausgewählter Harmonien und Klangfarben sowie mit den Mitteln der Dynamik und Agogik.

Der Zeitraum zwischen Einbruch der Dunkelheit und einsetzender Morgendämmerung wird zu Beginn des Spannungsbogens zunächst als eine Zeit des friedlichen Schlummerns und geheimnisvoll-mächtiger Naturgewalten betrachtet. Dann jedoch gewinnen kurzzeitig das Ungewisse, Unklare und Verworrene die Oberhand: „lügenmächtige Spukgestalten“ und das Motiv des Leidens und des Todes tauchen auf („Nächtens“). Als probates Mittel gegen Einsamkeit und Sehnsucht dient im zweiten Teil des Programms der „Gang zum Liebchen“ im Schutze der Nacht. (Maria Glodny)

Programm

Johannes Brahms (1833-1897)

Warum (op. 92/4)

 

Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)

Lockung! (op. 25)

 

Johannes Brahms

Abendlied (op. 92/3)

 

Heinrich von Herzogenberg (1843-1900)

Wär's dunkel, ich läge im Walde (op. 22/1)

 

Robert Schumann (1810-1856)

Es stürmet am Abendhimmel (op. 89/1)

Mareike Peissner, Mezzosopran

 

Johannes Brahms

Nächtens (op. 102a/2)

 

Johannes Brahms

Verstohlen geht der Mond auf

 

Johannes Brahms

O liebliche Wangen (op. 47/4)

Georg Schmid, Bariton

 

Johannes Brahms

Vergebliches Ständchen (op. 84/4)

Kerstin Plaschka, Sopran

 

Johannes Brahms

Die Boten der Liebe (op. 61/4)

 

Johannes Brahms

Neckereien (op. 31/2)

 

Robert Schumann 

Zigeunerleben (op. 29/3)

 

Johannes Brahms

Ständchen (op. 106/1)

Georg Schmid, Bariton

 

Johannes Brahms

Die Mainacht (op. 42/2)

Kerstin Plaschka, Sopran

 

Johannes Brahms 

Der Gang zum Liebchen (op. 31/3)

 

Heinrich von Herzogenberg 

Wie schön, hier zu verträumen (op. 22/4)

Jochen Ferber (Foto: Wolfgang Irg)

Jochen Ferber wurde 1974 in Backnang geboren. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von zehn Jahren. Von 1991 an war er Vorschüler bei Karl- Wilhelm Berger an der Stuttgarter Musikhochschule, wo er 1994 sein ordentliches Studium begann. Nach Abschluss des Grundstudiums bei Prof. Felix Gottlieb und Prof. Friedemann Rieger sowie Maria Sofianska (Kammermusik) folgten ein künstlerisches Aufbaustudium in Stuttgart sowie ein Kammermusikstudium in Winterthur/Schweiz, (beide bei Prof. Rieger), die er beide mit Auszeichnung abschloss. Anschließend rundete er seine Studien in der Solistenklasse bei Prof. André Marchand an der Stuttgarter Musikhochschule ab (Abschluss ebenfalls mit Auszeichnung).

Neben seiner Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker ist er auch seit vielen Jahren pädagogisch erfolgreich tätig.

Seit 2005 hatte er einen Lehrauftrag für Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Im Wintersemester 2006/07 übernahm er dort außerdem eine Professorenvertretung für Prof. Ratusinsky. Im Sommersemester 2016 vertrat er im gleichen Rahmen Prof. Pistorius an der Musikhochschule Mannheim. 2018 legte er seine Arbeit an der Musikhochschule nieder, um sich ganz seiner Konzerttätigkeit und der Förderung des musikalischen Nachwuchses zu widmen. Er bereitete zahlreiche SchülerInnen erfolgreich auf Wettbewerbe und Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen vor und ist regelmäßig Jurymitglied bei „Jugend musiziert“. Er entwickelte außerdem eine Lern- und Übmethode, die ein sicheres Spiel und die Reduktion von Lampenfieber gewährleistet.

 

Jochen Ferber erhielt Preise und Auszeichnungen bei verschiedenen nationalen und internationalen Wettbewerben. 2003 erhielt er beim Deutschen Musikwettbewerb in Berlin ein Stipendium und wurde in die „Bundesauswahl Konzerte junger Künstler“ des deutschen Musikrats aufgenommen. Im „Trio arundo“ war er in der Saison 2005-06 mit über 40 Konzerten in der ganzen Bundesrepublik zu hören.

 

Auftritte u. a. bei den Ludwigsburger sowie den Schwetzinger Festspielen, Rundfunk, Fernseh- und CD- Einspielungen.    

 

Jochen Ferber ist auch als Liedermacher und Portraitzeichner tätig.    

 

www.jochen-ferber.de  www.liedermacher.jochen-ferber.de  www.portraits.jochen-ferber.de